"ZUCKERWATTE FÜR ALLE ?!"

   

Ein Ausstellungstitel, der Kinderaugen groß werden lässt und uns in Erinnerung an den verführerischen Duft unserer Kindheit zurückversetzt.

Die tief im Inneren schlummernde Hoffnung, dass alle das Gleiche erhalten, dass die Welt es gut mit uns meint, alle die gleichen Chancen bekommen, wird spürbar.

Doch wie ist die Realität? In einer sich scheinbar immer stärker individualisierenden Gesellschaft existieren Strukturen, die von Kindesbeinen an fleißig eingeübt und verinnerlicht werden und die uns reibungslos funktionieren lassen, wie das Gros der arbeitenden Bevölkerung.

 

Anknüpfend an die langjährige künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Weiblichkeit beschäftigt sich Jutta Braun weiterführend mit dem Extrahieren von Strukturen, die über die Zuweisung von Geschlechterrollen hinaus unser Dasein beeinflussen und maßgeblich mitbestimmen.

Ihre Malerei ist eindringlich und formuliert gesellschaftliche Prozesse, die sowohl den Bereich der Erziehung und des Glaubens berühren als auch in "Bildungseinrichtungen" wie Schulen und Hochschulen erkennbar sind.

 

So bleibt am Ende der Wunsch nach Befreiung und der Formulierung nach dem "WIE" einer neuen und gerechteren, menschlicheren Gesellschaftsordnung -unabhängig von Geschlechterzugehörigkeit, sozialer Herkunft, Hautfarbe und finanzieller Machtverhältnisse- in dem fast kindlich anmutenden Ausstellungstitel "ZUCKERWATTE FÜR ALLE?!"

 

 

"Das erste, was bei jeder Art der Veränderung passieren muss, ist, dass man die Formen der Unterdrückung erkennt."

NOAM CHOMSKY